Mythen über die Behandlung von Ängsten

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Gehirn

Mythen Angsttherapie

 

Es kursieren zahlreiche Mythen zum Umgang mit Ängsten, von denen einige keine förderliche Wirkung haben und andere sogar die Behandlung sabotieren können. Hier sind Gedanken eines Therapeuten hierzu.

Überblick

 

 

 

 

Es kursieren zahlreiche Mythen zum Umgang mit Ängsten, von denen einige keine förderliche Wirkung haben und andere sogar die Behandlung sabotieren können. Tatsächlich können einige Überzeugungen sogar die Angst vergrößern und festigen.

Besonders das Internet ist reich an Informationen und Fehlinformationen über Panikattacken, Phobien und andere Angststörungen. Dort sind auch einige Versprechungen für sofortige Lösung, selbst jahrelang peinigende Ängste.

Hier sind meine persönlichen Erfahrungen zu einigen Mythen über die Behandlung von Ängsten:

 

 

 

Mit dem Gummiband unangenehme Gedanken austreiben

 

Noch immer kursiert die Empfehlung unangenehme Gedanken durch das Schnipsen eines Gummibandes am Handgelenk loszuwerden. Taucht ein unangenehmer Gedanke auf, dann soll der kleine Schmerz Gedankenmuster und Reaktionen auflösen.

Das war eine Weile eine beliebte Technik in der Verhaltenstherapie. Meine Erfahrungen als Therapeut sprechen dafür, dass dadurch die unterdrückten Gedanken eher noch stärker und häufiger werden. Gerade die Gedanken, die wir vermeiden wollen, nehmen dadurch noch mehr Raum ein.

 

 

 

Sorgen sind hilfreich und vorbeugend

 

Sorgen soll man nicht mit ins Bett nehmen.

Ovid

 

Viele Menschen denken, dass es Vorteile hat, sich ständig Sorgen zu machen, weil es vorbereitend wirkt. Es soll ihnen dabei helfen sich auf das Schlimmste vorzubereiten.

Doch das ist ein Mythos, der beim Umgang mit Ängsten nicht sehr förderlich ist. Obwohl schlimme Dinge von Zeit zu Zeit geschehen sind sie nicht so häufig, wie Menschen sie vorhersagen.

Wenn wir uns Sorgen machen und nichts Schlimmes passiert ist es einfach zu glauben, dass es wegen unserer Sorgen nicht eingetroffen ist, während es in der Tat wahrscheinlich nur ein Zufall war; eine Scheinübereinstimmung.

Risiken zu erkennen und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen ist hilfreich. Die Überzeugungen allerdings, dass besorgniserregende negative Emotionen dabei helfen sich auf schlechte Ereignisse einzustellen, haben Folgen. Die Wahrheit ist, dass, wenn tatsächlich etwas Schlimmes passiert, wir uns trotz der vielen Sorgen genauso schlecht fühlen und was noch schlimmer ist, dass wir zusätzlich vorher die Zeit vergeudet haben, um uns schlecht zu fühlen.

 

 

 

Um Ängste zu behandeln, müssen wir die Ursachen kennen

 

Das älteste und stärkste Gefühl ist Angst, die älteste und stärkste Form der Angst, ist die Angst vor dem Unbekannten.

H. P. Lovecraft

 

Was eine Angststörung auslöst und was sie am Laufen hält können zwei sehr verschiedene Dinge sein. Außerdem ist es in der Regel einfacher, die Angst anhand des gegenwärtig vorhandenen Denkens und Handelns zu lösen.

So kann beispielsweise eine spezifische Phobie, die in einem sehr frühen Alter durch ein Erlebnis ausgelöst wurde, für die gereifte Persönlichkeit im Grunde kein nennenswertes Problem darstellen. Die alleinige Erkundung dieses ursprünglichen Auslösers würde die Phobie Jahre später vermutlich nicht auflösen und kann höchstens einen kleinen Anteil an der Behandlung haben. Viel hilfreicher ist zu erkunden, was der Betroffene gerade denkt, was die Ängste aufrechterhält und wie sich das positiv verändern lässt.

 

 

 

Jede Angststörung wird durch ein biochemisches Ungleichgewicht verursacht

 

Der Fachliteratur ist zu entnehmen, das nicht jede Angststörung durch ein biochemisches Ungleichgewicht verursacht wird, das Medikamente erfordert. Eine Untersuchung durch einen Mediziner kann das klären.

Es gibt viele Ursachen für Angststörungen. Dazu gehören genetische Ursachen, ein stressiges oder traumatisches Ereignis, die Übernahme durch Lernen von den Eltern oder auch eine Kombination mehrerer Faktoren.

 

 

 

Angst muss vollständig beseitigt werden

 

Ich spreche manchmal mit Klienten und Ärzten, die sie zu mir schicken, die meinen, dass Angst an sich etwas sehr Schlechtes ist und deswegen vollkommen beseitigt werden muss.

Aus meiner Sicht schießt das über ein erstrebenswertes Ziel hinaus. Jedes Anzeichen von Angst ist ein Alarmzeichen dafür, dass etwas falsch läuft und Aufmerksamkeit und Veränderung benötigt.

Die Überzeugung, dass jede Angst negativ ist, vertieft Ängste nur noch zusätzlich. Wer glaubt, dass die Angst unerträglich ist, schiebt sie weg, will sie ignorieren und benötigt dafür Energie, die besser für eine konstruktive Handlung eingesetzt werden könnte. So entsteht eher das Gefühl die Kontrolle zu verlieren.

Vermeiden und ignorieren der Ursachen ist keine Lösung. Doch, wenn eine Angst sehr schmerzhaft ist, gibt es oft nur einen Gedanken; sie muss weg, um jeden Preis.

Allerdings ist Angst an sich natürlich und normal. Angst ist eine normale Reaktion des Körpers auf bedrohliche Wahrnehmungen, eine adaptive Reaktion auf Stress. Sie treibt uns an und sorgt dafür, dass wir uns nicht unnötig in Gefahr bringen.

Wenn wir erkennen, dass die Angst nicht die Bedrohung ist, sondern eine Reaktion darauf, gehen wir konstruktiver mit ihr um, anstatt sie anzuheizen. Erstaunlicherweise trägt genau diese Erkenntnis dann auch wesentlich dazu bei, dass sich diese Ängste reduzieren oder vollkommen auflösen.

 

 

 

Immer eine Papiertüte mit sich führen

 

Gut meinende Zeitgenossen empfehlen sich auf Panikanfälle vorzubereiten, um sich so sicherer zu fühlen. So empfehlen manche für den Fall des Hyperventilierens immer eine Papiertüte mit sich zu führen. Der Nachteil dabei ist, dass diese Papiertüten Betroffene ständig an ihre Angst erinnern. Es hält die Angst vor der Angst aufrecht! Hyperventilieren ist unangenehm, aber im Grunde normalerweise nicht gefährlich.

Sicherheitshalber

 

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Erstveröffentlichung: 2. Januar 2001
Letzte Überarbeitung: 8. Februar 2021
K: CNA
Ü:
#A23623
Englische Version: