Vermeidungsverhalten bei Ängsten: Gut gemeint und doch so nachteilig

Hilfe bei Ängsten und Angststörungen
Praxis für Hypnotherapie in Berlin - Spezialisierung auf Ängste und Angststörungen

Überblick

 

 

 

 

 

Vermeidungsverhalten

 

Eine typische Reaktion auf unangenehme Empfindungen ist es zu unterlassen, was sie auslöst beziehungsweise verstärkt. Das klingt erst einmal vernünftig, oder?

Ja, in Situationen, die mit Gefahr verbunden sind, hat es das Überleben der Menschheit durchaus begünstigt sich nicht unnötig in lebensbedrohliche Risikosituationen zu begeben. 

Allerdings kann unangemessenes Vermeidungsverhalten auch zu enormen Einschränkungen im Leben führen. Insbesondere, wenn es nicht tatsächlich um angemessene Angst handelt stehen die Vorteile der Vermeidung und die Nachteile oft nicht in einem ausgewogenen Verhältnis. Mit dem Wunsch kleine oder große Unannehmlichkeiten zu vermeiden wird mitunter zunehmend umfangreicherer Aufwand betrieben, damit Situationen in denen es zum Kontakt mit Angstauslösern kommen könnte reduziert werden. 

Formen des Vermeidungsverhaltens sind Vermeidung an sich, Ignorieren, Verleugnung, Projektion, Schuldzuweisungen und Prokrastination.

 

 

 

Absichten von Vermeidungsverhalten

 

Mit Vermeidungsverhalten wird beabsichtigt:

  • Unangenehme Gefühle sollen vermieden werden.
  • Risiken soll entgangen werden.
  • Es sollen unangenehme Erfahrungen vermieden werden.

 

 

 

Folgen

 

Wer umfangreichen  Aufwand betreibt, um nur nicht mit Angstauslösern in Berührung zu kommen, der widmet dem Vermeidungsverhalten immer mehr Raum im Leben ein. Daraus entsteht dann mitunter ein phobisches Verhalten, es wird schlimmer und schlimmer. Der Teufelskreis beruhigt sich nicht von allein und eine Angststörung bestimmt Teile des Lebens. Es kommt häufiger zu sozialem Rückzug, der die Ängste zusätzlich verstärkt und weitere Probleme im Berufs- und Privatleben mit sich bringen kann. Die Wahrscheinlichkeit des Selbstmedikamentierung beispielsweise mit Alkohol oder Medikamenten nimmt ebenso zu, wie von Depressionen.

 

 

Nachteile von Vermeidungsverhalten:

  • Die Komfortzone und damit der Handlungsspielraum werden eingeschränkt.
  • Die Erfahrung des Meisterns von Herausforderungen bleibt aus.
  • Die vermeintliche Gefahr wird als immer bedrohlicher empfunden.
  • Chancen bleiben ungenutzt.
  • Verzicht auf Lernerfahrungen und persönliche Entwicklung.
  • Es werden keine Bewältigungsstrategien entwickelt.
  • Es reduziert das Selbstbewusstsein.
  • Der Alarmzustand bleibt aufrecht.
  • Einschränkende Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster werden konditioniert.
  • Frustration und schließlich Depression sind mögliche Folgen.
  • Soziale Einschränkungen mit Folgen auf Privat- und Berufsleben.

 

 

 

Hilfe

 

Da Vermeidungsverhalten sich selbst stabilisiert lohnt sich möglichst frühzeitige Hilfe in Form einer geeigneten Psychotherapie bei einem erfahrenen Therapeuten zu finden. Gemeinsam gehen Sie dort den Ursachen auf den Grund, lösen tief sitzende Ängste und Konflikte, arbeiten an Überzeugungen, erarbeiten neue Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster. So gewinnen Sie Ihr gesamtes Leben zurück.

 

Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken.

Dietrich Bonhoeffer

 

Mit Unterstützung geht das leichter! Wobei ich die ersten beiden Worte des Zitats „Man muss…“ selbst tauschen wollte mit „Ich/Wir/Sie können…“

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Erstveröffentlichung: 24.12.2011
Überarbeitung: 21. November 2018
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