10 Tipps, um Menschen mit einer Angststörung zu helfen
Informationen für Freunde und Angehörige von Angstpatienten. Psychotherapie mit Spezialisierung auf Ängste und AngststörungenNahestehenden Menschen mit einer Angststörung helfen
Viele Menschen haben eine Angststörung, die sich auf ihr Leben auswirkt. Wenige von ihnen sprechen darüber. Angststörungen können für Betroffene sehr belastend sein. Freunde und Familienangehörige können dabei helfen, die Symptome zu lindern und herausfordernde Situationen zu meistern. Hier sind 10 Tipps, wie Sie Menschen mit einer Angststörung helfen können.
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Nahestehenden Menschen mit Angststörungen helfen
Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.
Wilhelm Busch
Viele Menschen haben eine Angststörung, die sich auf ihr Leben auswirkt. Wenige von ihnen sprechen darüber. Angststörungen können für Betroffene sehr belastend sein.
Freunde und Familienangehörige können dabei helfen, die Symptome zu lindern und herausfordernde Situationen zu meistern.
Grundlegendes
Es gibt zwar viele verschiedene Gründe für Angstzustände, doch die Symptome sind ähnlich. Wenn Sie sich fragen, wie Sie Menschen mit Ängsten helfen können, sollten Sie wissen, dass Sie die gleichen Techniken für Erwachsene und Kinder anwenden können. Die gleichen Techniken, die jemandem in einem Moment sozialer Angst helfen, helfen meist auch jemandem, der eine Panikattacke erlebt. Denken Sie daran, dass das menschliche Denkvermögen umso weniger präsent ist, je stärker die Angst ist. Von jemandem zu erwarten, dass er während einer Panikattacke vernünftig denkt und ein Gespräch führt, ist zu viel verlangt. Helfen Sie dem Betroffenen, in die Gegenwart zurückzukehren, indem Sie in dessen Nähe bleiben, seine Sinne ansprechen und seine Gefühle anerkennen.
10 Tipps, um Menschen mit einer Angststörung zu helfen
Wenn Sie einen Freund oder einen geliebten Menschen haben, der mit einer Angststörung kämpft, können Sie unterstützen. Hilfe kann in verschiedenen Formen kommen. Hier sind Anregungen:
1. Informieren Sie sich
Nahe Bezugspersonen, wie beispielsweise Verwandte, Partner und Freunde sind selten auf den Umgang mit Betroffenen von Angststörungen vorbereitet.
Es ist hilfreich, wenn Angehörige und Freunde gut über die Angststörung Bescheid wissen. Dann fällt es ihnen beispielsweise auch leichter davon Abstand zu halten, Betroffene immer wieder übermäßig zu beruhigen, da das zwar oft kurzfristig hilft, langfristig jedoch die Sorgen aufrechterhält.
2. Nehmen Sie Angststörungen ernst
Es ist wichtig Angststörungen ernst zu nehmen, auch wenn es mitunter schwerfällt, die Ängste selbst nachzuvollziehen. Angststörungen sind definiert als irrationale Angstreaktionen. Wenn jemand eine Angststörung hat, fürchtet er sich übermäßig vor dem Auslöser für diese Angststörung. Selbst wenn derjenige die Irrationalität der Angst erkennt, kann er sie nicht kontrollieren.
Werden die Ängste nicht ernst genommen, fühlen sich auch die Betroffenen nicht ernst genommen und respektiert. Ihre Absichten können noch so gut gemeint sein: Eine Angststörung abzutun oder sie als etwas darzustellen, über das Betroffene einfach hinwegkommen sollten, ist nicht hilfreich. Eine Angststörung kann zu intensiven Symptomen bis hin zu Panikattacken führen und das tägliche Leben eines Menschen erheblich beeinträchtigen.
3. Zuhören, verstehen
Sie können vielleicht nicht ganz nachvollziehen, was ein Mensch mit einer Angststörung erlebt, doch Sie können aufmerksam sein und genug verstehen, um Empathie zu zeigen. Ein guter Ausgangspunkt ist es, sich über Angststörungen zu informieren und darüber, wie sie sich auf Betroffene auswirken.
Nehmen Sie sich die Zeit, um zuzuhören und da zu sein. Schon das ist eine große Unterstützung.
4. Üben Sie keinen Druck aus
Sie mögen es gut meinen, um zu helfen, doch wenn Sie Betroffene unter Druck setzen sich ihrer Angststörung zu stellen oder etwas zu tun, was ihnen unangenehm ist, kann das für diese Personen sehr belastend sein. Es kann sogar Ihre Beziehung zerstören. Versuchen Sie nicht, die Betroffenen zu früh zu etwas zu drängen, womit sie sich nicht wohlfühlen.
5. Fragen Sie, was hilft
Manchmal kann es so einfach sein. Fragen Sie, wie Sie helfen können. Betroffene kennen vielleicht selbst wirksame Wege, wie Sie helfen können, an die Sie sonst nicht gedacht hätten. Jeder Mensch hat eigenen Bedürfnisse, was bei einer Angststörung hilft.
6. Negative Gedanken infrage stellen
Wenn jemand eine Angststörung hat, kann es einen längeren Prozess erfordern, auch wenn Betroffene bereit sind, etwas zu ändern. Es kann sein, dass es auf dem Weg dorthin Rückschläge gibt. Sie können dabei unterstützen, indem Sie helfen, an positive Fortschritte zu erinnern und mitzumachen. Helfen Sie Betroffenen dabei, sich nicht von negativen Gedanken überwältigen zu lassen, indem Sie auf die positiven Aspekte hinweisen.
7. Ruhig bleiben
Das Letzte, was Betroffene mit einer Angststörung brauchen, ist eine andere Person, die die Beherrschung verliert oder frustriert ist. So schwer es auch sein mag, arbeiten Sie daran, frei von der Situation ruhig zu bleiben. Eine beruhigende Kraft zu sein, kann für jemanden mit einer Angststörung sehr wichtig sein.
8. Zur Behandlung ermutigen
Menschen, die an einer Angststörung leiden, profitieren von professioneller Hilfe. Angststörungen verschwinden nicht von allein, sie wollen behandelt werden. Es kommt allerdings immer wieder vor, dass Betroffene jede professionelle Hilfe ablehnen. Angehörige und Freunde können mit Takt und Überzeugungskraft dazu beitragen, dass ihre Lieben sich für eine Behandlung entscheiden und sie auch durchführen. Machen Sie Angebote.
9. Die Behandlung unterstützen
Versichern Sie Betroffenen, dass Sie zwar nicht vollständig nachvollziehen können, weshalb sie so viel Angst haben, dass Sie diese Angst jedoch ernst nehmen und dass Sie bereit sind, ihnen zu helfen, mit ihrer Angst klarzukommen, sich ihr zu stellen und sie aufzulösen. Helfen Sie dabei die Strategien anzuwenden, die Betroffene mit ihrem Therapeuten erarbeitet haben.
10. Grenzen setzen und auf sich selbst acht geben
Für das Wohlbefinden ist es wichtig, dass Angehörige, Freunde und Partner sich selbst nicht zu sehr einschränken. Verzichten Sie zum Beispiel nicht auf Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten, weil Betroffene sich dann sorgen würden. Setzen Sie gegebenenfalls Grenzen und achten Sie gut auf sich. Es ist nicht leicht, mit Menschen zu leben, die an einer Angststörung leiden, sich für sie verantwortlich zu fühlen, sie zu unterstützen, ihnen Mut zu machen und das Ganze mit ihnen durchzustehen. Angehörige und Freunde sollten sich dessen bewusst sein, sich selbst keine Vorwürfe machen und sich nicht von Schuldgefühlen überwältigen lassen. Es kommt darauf an, nicht selbst den Mut zu verlieren, sondern immer weiter daran zu glauben, dass es besser werden wird. Bei Bedarf sollten Angehörige und Freunde nicht zögern, für sich selbst Hilfe zu suchen und anzunehmen.
Wird die Angsterkrankung von nahestehenden Menschen zu belastend, lohnt es sich Hilfe bei Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen, Ärzten und Therapeuten zu holen. Nur, wenn Sie gut auf sich achtgeben, können Sie wirklich gute Unterstützung bieten.
Karsten Noack — Gehen Sie Ihren Weg, passen Sie gut auf sich auf!
Wer Ihnen dieses Angebot macht
Seit mehr als 25 Jahren bin ich auf den Bereich Ängste, Angststörungen und Traumata spezialisiert. Rund 20 Stunden in der Woche begleite ich Menschen dabei, sich von ihren Einschränkungen zu lösen und dadurch mehr Lebensqualität zu gewinnen. Wie es dazu gekommen ist und was es über mich zu wissen gibt, erfahren Sie hier in meinem Profil. Und ja, Therapie ist eine sehr persönliche Angelegenheit: Weil es sich um eine sehr intensive Zusammenarbeit handelt, können Sie sich so schon vorab ein Bild von mir machen.
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Erstveröffentlichung: 14. Februar 2009
Letzte Überarbeitung: 21. März 2018
K: CNA
Ü:
AN: #776
Englische Version: