Paruresis (schüchterne Blase): Ursachen und Behandlung mit Hypnosetherapie

Hypnosetherapie und Hypnobalancing™ bei Paruresis in Praxis mit Spezialisierung auf Ängste und Angststörungen

 

Paruresis (schüchterne Blase): Ursachen und Behandlung

Überblick

 

 

 

Die Angst vor dem Wasserlassen

 

Unerwartet viele Menschen haben panische Angst vor öffentlichen Toiletten. Angst kann das Pinkeln unmöglich machen. Dabei geht es ihnen nicht um den Ekel in der Umgebung, sondern um die Anwesenheit anderer Menschen. Paruresis ist eine Angststörung mit häufig recht hohem Leidensdruck. Wobei es große Abstufungen gibt. Viele Betroffene sind im Beisein anderer Menschen vollkommen unfähig in fremder Umgebung zu urinieren, anderen ist es „nur“ unangenehm. Im Extremfall versuchen Paruretiker so wenig wie möglich zu trinken und gehen kaum noch aus dem Haus. Sie verzichten auf soziale Kontakte und isolieren sich zunehmend, was sich auf Berufs- und Privatleben auswirkt. Eine Steigerung bis in eine Depression ist möglich.

 

 

 

Paruresis, Shy Bladder Syndrom, schüchterne Blase

 

Paruresis, (auf Englisch Shy bladder Syndrome), wird umgangssprachlich auch als schüchterne Blase bezeichnet. Es handelt sich um eine Blasenentleerungsstörung. Der Schweregrad reicht von mehr oder weniger langem Warten bis zum Beginn des Harnflusses, einer unvollständigen Blasenentleerung bis hin zur Unmöglichkeit überhaupt urinieren zu können. Betroffene leiden hauptsächlich auf öffentlichen Toilettenanlagen beziehungsweise außerhalb des privaten Umfelds.

Es handelt sich dabei um eine Form der sozialen Phobien, die in der Klassifikation nach ICD-10 eingeteilt wird als F40.2 Spezifische (isolierte) Phobie.

Durchschnittlich entleert der Mensch seine Blase täglich vier bis acht Mal. Der Besuch einer öffentlichen Toilette löst körperliche Stressreaktionen aus. Der Körper reagiert so, als befände er sich in einer Gefahrensituation. Es kommt zu einer Aktivierung des sympathischen Nervensystems, was unter anderem zur Folge hat, dass die inneren und äußeren Ringmuskel an der Blase angespannt werden. Dadurch wird das Wasserlassen erschwert oder unmöglich gemacht. Für das Wasserlassen ist ein gewisses Maß an Entspannung, also auch ein Mindestsicherheitsgefühl notwendig.

Die meisten Betroffenen verbergen ihre Paruresis vor anderen, was dazu führt, dass Paruresis vergleichsweise unbekannt ist. Betroffene sprechen in den seltensten Fällen über ihr Problem, da sie sich schämen. Die Befürchtung, verspottet oder nicht ernst genommen zu werden, sorgt für die zunehmende soziale Isoliertheit eines Patienten. Obwohl es zahlreiche Betroffene mit teilweise sehr großem Leidensdrucks gibt, wissen sehr wenige Menschen über die Paruresis Bescheid. Nur wenige Therapeuten beschäftigen sich mit der Paruresis und so orientiert sich die Therapie weitgehend an der Behandlung sozialer Phobien.

 

 

 

Meist sind Männer betroffen

 

Paruresis scheint bei Männern deutlich häufiger vorzukommen als bei Frauen. Zumindest in die Praxis kommen mit diesem Thema überwiegend Männer. Das dürfte auch an der freizügigeren Gestaltung von Herrentoiletten liegen, bei der Männer nebeneinander im Stehen urinieren.

Bei vielen Klienten mit Paruresis sind weitere Probleme zu lösen. Oft ist eine soziale Phobie erkennbar, bei längerem Verlauf oft auch eine Depression und sogar Alkoholmissbrauch. Umso wichtiger ist eine umgehende Auflösung. Doch viele Betroffene warten, trotz des oft sehr großen Leidensdrucks, sehr lange damit sich Hilfe zu suchen.

 

 

 

Mechanismen

 

Die Blase ist ein Muskel, der unten durch einen inneren und einen äußeren Schließmuskel verschlossen ist. Beeinflusst werden diese Muskeln in erster Linien durch das autonome Nervensystem. Nur sehr bedingt ist eine willentliche Steuerung der Blasenfunktion möglich. Während die Blase speichert ist sie selbst entspannt, die beiden Schließmuskeln sind jedoch angespannt und verschlossen. Zuständig dafür ist der Sympathikus. Für die Entleerung der Blase ist dann der Parasympathikus zu aktivieren. Er sorgt dafür, dass der Blasenmuskel sich zusammenzieht und die beiden Schließmuskeln sich öffnen. Doch Angst und Stress führen stattdessen zu einer Aktivierung des Sympathikus. Folge: Selbst bei einer prall gefüllten Blase bleiben die Schließmuskeln geschlossen und können mit willentlicher Anstrengung nicht mehr so leicht geöffnet werden.

 

 

 

Ursachen und Auswirkungen

 

Betroffene berichten häufig von einem auslösenden Erlebnis, bei dem es zum ersten Mal geschehen ist und das dieses Erlebnis einen derart prägenden Eindruck hinterlassen hat, dass sie seitdem keine Toilette mehr unbefangen aufsuchen können. Es beginnt oft schon in der Pubertät im Zusammenhang mit einem traumatischen oder Scham auslösenden Erlebnis auf einer öffentlichen Toilette. Die Angst, beim Urinieren von anderen gesehen oder gehört zu werden, setzt Paruretiker zunehmend unter Stress. Das verursacht Stress und dieser Stress wiederum aktiviert das sympathische Nervensystem, wodurch sich die Blasenmuskulatur zusammenzieht und den Harnfluss blockiert. Betroffene verkrampfen oft schon beim Gedanken an eine solche Situation und die Erwartung, sich auf öffentlichen Toiletten nicht erleichtern zu können, wird bestätigt.

Insgesamt sind die Ursachen sehr unterschiedlich und reichen von Gefühlen der Minderwertigkeit bis hin zu Stress in der Schule oder Familienkonflikten. Dieses auslösende Erlebnis wird im Unbewussten mit der Anspannung der Harnröhrenschließmuskeln verknüpft (Konditionierung). Das führt häufig dazu, dass die Störung auf die Anwesenheit anderer Personen zurückgeführt wird, obwohl die Ursache ganz woanders liegen kann.

Die Vorstellung, von anderen Menschen auf der Toilette beobachtet und im Falle des Versagens bewertet zu werden, lastet schwer auf Betroffenen. Es kommt häufig zu großen Einschränkung, wenn die Symptomatik ein umfangreiches Vermeidungsverhalten zur Folge hat.

 

 

 

Vermeidungsverhalten

 

Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.

Marie von Ebner-Eschenbach

 

Wenn Betroffene dann beginnen solche Orte zu meiden, verhindert das gegenteilige positive Erfahrungen, die die Angst lindern könnten. Irgendwann genügt dann schon allein die Vorstellung vom Versagen beim Toilettengang, um eine starke psychische und körperliche Angstreaktion auszulösen. Betroffene beobachten sich selbst meist sehr verbissen und erhöhen so den psychischen Druck. Der Kreislauf hält sich selbst aufrecht!

Damit sie außerhalb der eigenen vier Wände möglichst nicht auf die Toilette müssen, trinken Paruretiker häufig viel zu wenig. Das kann langfristig zu Blasen- und Nierenproblemen führen.

Nur nicht zu weit von einem sicheren Ort entfernen. Die Arbeitsstelle wird deswegen möglichst nahe bei der eigenen Wohnung gewählt, um dorthin ausweichen zu können. Das Vermeidungsverhalten erschwert das Leben auf eine Weise, die sich von nicht betroffenen Menschen schwer nachvollziehen lässt.

Wenn Betroffene allen für sie unangenehmen Situationen ausweichen, bei denen irgendwann einmal die Notwendigkeit entstehen könnte eine Toilette aufzusuchen, wird das Leben massiv eingeschränkt. Kinobesuche, Kneipen, Cafés, der Gang ins Theater, der Besuch bei Freunden und Verwandten, Beziehungen überhaupt werden gemieden, die Lebensqualität sinkt drastisch.

Das Vermeidungsverhalten sorgt zwar kurzfristig für eine Entlastung, aber langfristig nehmen die Probleme dadurch zu. Selbstzweifel und Scham wachsen, positive Erlebnisse nehmen ab. Das Risiko für depressive Phasen nimmt zu.

 

 

 

Behandlung von Paruresis

 

Viele bewährte Interventionen werden durch Hypnose intensiviert. Förderliche Zustände werden durch Hypnose erfahrbar und bisher ungenutzte Ressourcen werden aktiviert. Je mehr Kontrolle abgelegt wird, desto mehr innere Sicherheit wird erlebt. Doch das ist mit bewusstem Willen nur bedingt möglich. Der Teufelskreis aus Erwartungsangst, Katastrophengedanken und körperlichen Angstsymptomen kann mithilfe geeigneter psychotherapeutischer Unterstützung durchbrochen werden. Behandlungsbedürftig ist eine Paruresis, wenn sich Betroffene dadurch beeinträchtigt fühlen. Selbst dann, wenn es sich um eine milde Form handelt.

Oft zieht sich eine Paruresis schon über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte hin, bevor sich Betroffenen helfen lassen. Es liegt vermutlich daran, dass die Erkrankung, obwohl sie relativ weit verbreitet ist, selbst unter Therapeuten noch nicht sehr bekannt ist.

Das Leben ist zu kurz für irgendwann. Wenn Paruresis Ihr Leben einschränkt, lassen Sie sich helfen. Die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung sind bei der übersteigerten Angst vor dem Wasserlassen sehr gut. Bei der Behandlung der Paruresis hat sich gezeigt, das sie gut auf Hypnotherapie in Kombination mit Hypnobalancing reagiert, da sie auf einer psychisch bedingten muskulären Anspannung beruht, die das Wasserlassen erschwert oder unmöglich macht. Diese Verkrampfung der Blasenmuskulatur wird durch psychische Faktoren wie Angst und Scham hervorgerufen. Lernen Betroffene sich vor bzw. während des Urinierens zu entspannen beziehungsweise die Situation anders wahrzunehmen, dann löst sich diese Verkrampfung. Schon nach wenigen Sitzungen lassen sich meist die Symptome teils ganz beheben oder zumindest wesentlich bessern.

Bei harmonischen Menschen überwiegt die Ausgeglichenheit. Da setzt auch Hypnobalancing an. Entspannungsübungen wie Autogenes Training und Tiefenentspannung können Betroffenen ergänzend dabei helfen, die Kontrolle über die Blasenmuskeln zurückzugewinnen. Außerdem stehen eine Reihe weiterer Selbsthilfetechniken zur Auswahl. Jeder Therapeut hat hier unterschiedliche Werkzeuge, die er vermittelt.

Hypnotherapie mit Hypnobalancing™ hilft dabei die Lebensqualität zu verbessern. Und durch einfach erlernbare Techniken kann die persönliche Einflussnahme zusätzlich erweitert werden.

Klienten fühlen sich während des Prozesses sicher, da sie die entsprechende Begleitung und Unterstützung durch ihren Hypnosetherapeuten in einem als angenehm empfundenen Zustand erleben. Lernprozesse finden dadurch schneller und tiefer statt, prägen sich ein. 

Insbesondere die tiefe Trance bei Deep Hypnobalancing™ wirkt sich positiv auf die Selbstorganisationsfähigkeiten von Körper und Geist aus. Patienten berichten häufiger, dass sie sich insgesamt aufgeräumter und wohler fühlen.

Denken Sie bitte daran körperliche Ursachen durch einen Besuch beim Arzt zu klären und beachten Sie vor der Terminreservierung auch die Hinweise zu den Kontraindikationen für Hypnotherapie.

 

 

 

Therapiedauer

 

Die erste Therapiesitzung hat eine Dauer von meist 90 Minuten, Folgesitzungen können auch 60 Minuten lang sein. Die Anzahl der erforderlichen Sitzungen ist so unterschiedlich, wie es die Persönlichkeiten und Erfahrungen der Klienten sind. Für die Behandlung sind im Durchschnitt 7 bis 10 Sitzungen erforderlich. Meist lässt sich das durch die Patienten nach der zweiten Sitzung einschätzen.

Für Klienten, die anreisen, besteht bei frühzeitiger Reservierung die Möglichkeit, an darauffolgenden Tagen jeweils 2 Sitzungen an einem Tag durchzuführen. Es gilt in einem telefonischen Gespräch vorab zu klären, ob das eine empfehlenswerte Option ist, da hierfür entsprechende Voraussetzungen erforderlich sind. Jegliche Quelle zusätzlichen Drucks ist im Interesse des Therapieerfolgs zu berücksichtigen und weitestgehend abzubauen.

 

 

 

Selbsthilfe

 

Paruresis ist vergleichsweise einfach zu behandeln. Gelingt es Betroffenen lernen, sich vor und während des Urinierens zu entspannen und den mental en Fokus zu verändern, fällt es ihnen leichter. Dann können sei auch im Beisein anderer Menschen Wasser lassen. Dafür bedarf es jedoch meist einer gezielten Therapie und nicht beliebiger Übungen in Eigenregie.

Ergänzend zur Arbeit mit einem Therapeuten kann die Beckenbodenmuskulatur trainiert werden, um den Schließmuskel bewusster und besser einzusetzen. Allerdings ist auch das mit Vorsicht zu betrachten, da ja die mentale Anspannung aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Selbsthilfegruppen eignen sich vor allem für die Zeit nach der Therapie und als zusätzliche Unterstützung während der Therapie.

Wie bei allen Themen mit körperlichen Aspekten ist eine Abklärung durch einen Mediziner erforderlich.

 

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NOACK Praxis für Angsttherapie Berlin
Psychotherapie mit Hypnose bei Ängsten und Angststörungen
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(Charlottenburg, Schöneberg, Mitte treffen hier zusammen)

Tel. 030 - 864 213 69
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www.noack-hypnose.de

 

Hypnotherapeut in Berlin mit Spezialisierung auf Ängste und Angststörungen

 

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Die Tätigkeit als Hypnosetherapeut (staatliche Zulassung zur Ausübung von Psychotherapie nach dem HPG) grenzt sich grundlegend von der Tätigkeit eines Arztes ab. Es werden weder medizinische Diagnosen gestellt, Heilungsversprechen abgegeben oder Medikamente verabreicht. Eine gegebenenfalls erforderliche medizinische oder psychiatrische Intervention soll durch die hypnotherapeutische Arbeit keinesfalls ersetzt werden.

Bei Fragen zu meiner Arbeit mit Hypnose scheuen Sie sich bitte nicht, mich zu kontaktieren. Ich berate Sie gerne.

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